Warum das Mädchen? Verkleinerung schlägt Bedeutung
-chen und -lein machen jedes Substantiv zu das - ausnahmslos, unabhängig vom biologischen Geschlecht der Person.
Es heißt das Mädchen, weil die Verkleinerungsform -chen jedes Substantiv automatisch zu das macht - unabhängig vom Geschlecht der gemeinten Person. Mädchen ist die Verkleinerung von "Magd" (eigentlich die Magd), aber durch die Endung -chen wechselt das grammatische Geschlecht zu das. Das hat nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun: Ein Mädchen ist eine weibliche Person, das Wort dafür ist trotzdem sächlich.
Genus (das grammatische Geschlecht eines Wortes: der, die oder das) und Sexus (das biologische Geschlecht einer Person) sind zwei verschiedene Dinge. Bei den meisten Personenbezeichnungen laufen sie parallel: der Mann, die Frau. Bei Verkleinerungsformen fallen sie auseinander - das Genus richtet sich dann nach der Wortbildung, nicht nach der Person.
Verkleinerung schlägt Bedeutung - ausnahmslos das
- -chen macht jedes Wort zu das: das Mädchen (von die Magd), das Väterchen (von der Vater), das Häuschen (von das Haus)
- -lein macht dasselbe: das Fräulein (von die Frau), das Bäuerlein (von der Bauer), das Kindlein (von das Kind)
- Das gilt ausnahmslos, auch wenn das Ausgangswort der oder die war - allein die Endung entscheidet, nicht die ursprüngliche Bedeutung
Weitere sächliche Wörter für Personen
- das Kind - unabhängig davon, ob ein Junge oder ein Mädchen gemeint ist
- das Baby - genauso neutral, egal welches Geschlecht das Baby hat
- das Mitglied - die Person kann männlich oder weiblich sein, das Wort bleibt das
Beispiele zum Merken
- dasMädchenweibliches Kind oder junge Frau - Verkleinerung von die Magd
- dasFräuleinveraltete Anrede für eine junge unverheiratete Frau
- dasBäuerleinkleiner Bauer, meist in Märchen
- dasKindleinkleines Kind, liebevolle Verkleinerung
Verlass dich bei -chen und -lein nie auf die Bedeutung, sondern immer auf die Endung: Sobald du eine dieser Verkleinerungssilben hörst, ist der Artikel das - ohne Ausnahme. Bei anderen Personenwörtern wie Kind, Baby oder Mitglied hilft dagegen nur Auswendiglernen, weil sich das Genus hier nicht aus einer festen Regel ableiten lässt.