Anglizismen: das Handy, der Computer, die App
Englische Lehnwörter bekommen ihren Artikel per Übersetzung, Endung oder als Neutrum-Standard.
Anglizismen sind englische Wörter im deutschen Wortschatz – Handy, Computer, App, Mail, Update. Sie brauchen trotzdem einen Artikel, obwohl das Englische keinen kennt. Deutsch vergibt ihn nach drei Mustern: Analogie zum deutschen Übersetzungswort (die App wie die Anwendung), Analogie zur Endung (-er wird der: der Computer) oder, wenn kein Muster passt, als Neutrum-Standard (das Handy, das Internet).
Nach dem deutschen Übersetzungswort → die
- die App – wie die Anwendung, die Applikation
- die Mail – wie die Post (E-Mail: elektronische Post)
- die Website – wie die Seite, die Webseite
- die SMS – wie die Kurznachricht (Short Message Service)
Nach der Endung -er → der
- der Computer
- der Drucker
- der Server
- der Browser
Das ist keine neue Regel extra für Lehnwörter, sondern dieselbe -er-Endung, die auch bei deutschen Geräten den Artikel der ergibt: der Fernseher, der Rechner. Die englischen Wörter reihen sich einfach ein. Ausnahmslos ist das Muster aber nicht: das Poster und das Cluster brechen es.
Ohne passendes Muster: Neutrum als Rückfall → das
- das Handy
- das Internet
- das Meeting
- das Update
- das Team
Findet sich weder ein deutsches Vorbild noch eine typische Endung, wird ein Fremdwort standardmäßig zu das – das gilt für Anglizismen genauso wie für andere Lehnwörter. Manche Wörter schwanken dabei sogar bis heute: der Blog und das Blog stehen nebeneinander, ohne dass sich eine Form durchgesetzt hätte. Genau deshalb tauchen solche Wackelkandidaten hier nicht als Übungswort auf – sie wären unbeantwortbar.
Bei einem neuen Anglizismus wie Stream oder Content hilft dieselbe Reihenfolge: Zuerst das deutsche Sinnwort suchen (ist es im Kern eine Anwendung, eine Nachricht, eine Seite?), dann die Endung prüfen (-er? dann der), sonst vorsichtig auf das setzen. Sicherheit gibt am Ende nur Nachschlagen und Wiederholen.